romantisch verklärt

Ich bin ein Neidhammel und neidisch auf mich

Ja ja. Kein Jahr, nicht einmal 1939, wurde jemals so gebashed wie 2016. Das liegt aber nicht nur daran, dass die halbe Popmusikelite einschließlich Carrie Fischer gestorben und Affenfresse Trump Präsident geworden ist – seriously?!! ; sondern auch daran, dass etliche Menschen privat immer wieder in Scheiße getreten sind. Meine Wenigkeit nicht ausgenommen. Fast ein dreiviertel Jahr quasi-obdachlos, Verlust meines Kiezes, herbe Misserfolge in der Schule sowie beim Schreiben und die Erkenntnis, dass Die Große Glocke, diese Seelenangelegnheit, die 4 Jahre von mir gefordert hat, durch die Bank weg verschmäht wird – um nur ein paar der dramaturgischen Tiefpunkte meines Jahres zu nennen.

Da die Welt aber ein riesen Kübel Scheiße ist, aus der hin und wieder ein paar Blümchen wachsen, gab es auch bei mir kleine Ereignisse und Entwicklungen, die schön waren. Zum Beispiel wurde ich zweimal für einen Literaturpreis nominiert – wobei ich doppelt leer ausging und mithin erfahren durfte, wie DiCaprio sich all die Jahre gefühlt haben musste (ultra frustriert). Dann bin ich nach Wien geflogen, ja geflogen, anlässlich einer Lesung. Für die meisten wäre das keine große Sache, für mich allerdings war das ein riesen Happening; nicht nur, weil ich das erste Mal überhaupt ein Flugzeug in Anspruch genommen habe und dazu noch allein, sondern auch, weil ich mir während all der Vorlaufzeit nicht zugetraut hätte, dieses Abenteuer wirklich anzutreten. Was noch? Ach ja, mein Fame wächst so allmählich und merklich. Es gibt immer mehr Leute, sogar mehr oder weniger bekannte, die entweder verfolgen möchten, was ich mache, oder sich bei mir anbiedern, weil ich Herausgeberin bei SuKuLTuR bin. Leute, denen ich vorher zu uncool war. Leute, die mich vorher nicht ernst genommen haben. Was daran schön ist? Ich kann die meisten getrost abblitzen lassen, weil ich keinen Pfifferling darauf gebe, im Literaturszenenpuff gemocht zu werden oder gar dazuzugehören.  Wer mich mag, mag mich deshalb, weil ich eine rüde, prollige, intersektionelle Post-Feministin bin, die sich öffentlich am Schritt kratzt, auf Seriosität einigermaßen defäkiert und sich nicht selbst die Klitoris poliert, wenn sie über Literatur schwadroniert.

Aber nu, kommen wir zu den lächerlich wenigen Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe.

Anna SeghersDas siebte Kreuz

Damals mehrere Male angefangen und immer wieder nach ein paar Seiten abgebrochen. Und heute: Ich las das Buch immer in dem Wissen, dass ich ganz große Literatur in den Händen halte. Bis zum Schluss durchzuhalten, fiel mir dennoch sehr schwer. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag. Es wollte sich bei mir kein rechtes Interesse an den Figuren und der Handlung auftun. Allein das Handwerk hat mir imponiert, das für mich ans Meisterliche grenzt. „Nur“ um das aber festzustellen, hätte ich nicht das ganze Buch lesen müssen. Ob’s ich trotzdem empfehlen würde? Ja, unbedingt.

 

Joshua GroßMagische Rosinen

Bei Dr. Peng reingelesen und für so aufregend befunden, dass ich Verleger Manfred Rothenberger anschrieb und um das Buch bat. Das Schöne am gleichzeitigen Herausgeber*in- und Schrifsteller*insein: Man ist in einer Position, auf der man am Geben-und-nehmen-Prinzip partizipieren kann. Ich bekomme also ein kostenloses Exemplar von Magische Rosinen und Rothenberger mein Sachenhausen-Heft.
Zum Buch: Musikfetischist und Zitat Deutsche Rapphoffnung Zitatende Mascarpone und Politikerin Sahra Wagenknecht begegnen und verlieben sich. Wagenknecht schickt den Rapper schließlich nach New York, um die sog. Magischen Rosinen zu finden, ein Zitat Wundermittel zur Befreiung des menschlichen Bewusstseins Zitatende, das Aliens seinerzeit auf der Erde hinterlassen haben – alles für den Weltfrieden.
Nicht nur, dass mich der trashige Plott begeistert hat; ich war auch von den zahlreichen popkulturellen Bezügen ganz angetan sowie vom sattelfesten und originellen Erzählstil – es las sich wunderbar. Ein Versuch, der, schaut man sich so um in der zetgenössischen Literatur, benkenlos als eigensinnig bezeichnet werden könnte. Einzige Schwachstelle: Der überfrachtete Plott. Jede schrille Idee soll, ja muss rein. Daher ist es – zumindest teilweise – vom verzückenden Trash zum Klamauk nicht weit.
Lesen? Ja, bitte.

Lisa Kränzler Nachhinein

BÄM! Als ich im Sommer die ersten Seiten angelesen habe, stellte ich das Buch flugs wieder in mein Buchrregal. Meine Fresse, wie anstrengend, was für ’ne artifizielle, verbastelte Sprache, sagte ich in mich hinein. Nach einiger Zeit allerdings nahm ich es wieder zur Hand – wegen der täglichen Pendelei bot es sich an -, um es dann nur noch zur Seite zu legen, wenn ich irgendwelchen Pflichten nachgehen musste. Oh my, wie lange hatte ich das schon nicht mehr, es dürften Jahre sein!
Ein durch und durch grandioses Buch! Erzählt wird die Geschichte zweier Mädchen, die unter unterschiedlichen Bedingungen aufwachsen und freundschaftlich miteinander verbunden sind. Während die eine gut situiert und wohl behütet lebt, erfährt die andere psychischen sowie sexuellen Missbrauch.
Ein Einstieg in das Buch fällt nicht leicht. Statt reduziert und parataktisch zu erzählen – was sich gegenwärtig ja großer Beliebtheit erfreut -, malt Kränzler mit Hypotaxen und  Metaphern ein gewaltiges expressionistisches Bild, das einen sofort catched.
Besonders beeindruckend und großartig fand ich, zumal als Nostalgikerin, wie Kränzler aus dem Super-Nintendo-Klassiker Street Fighter 2 ein tragendes Handlungsalement macht, mit dem sie die Sehnsüchte des benachteiligten Mädchens, deren Flucht in eine andere Welt sowie deren sexuellen Missbrauch auf schmerzhafte Weise verbildlicht. Aus einem harmlosen Konsenspiel wird eine zweite Welt, eine Welt mit der sich die Gepeinigte von der Realität, den uneträglichen Zuständen abspalten und ihr eigenes Leid ertragen kann. Es ist schrecklich beklemmend und gerade deshalb ein verdammt guter Roman.
Wenn man dann auch noch Sätze liest wie „Er ist nicht länger ihr Vater. Er ist genauso wenig ihr Vater, wie das Stück Stoff, das hinter ihm zu Boden fällt, ein Bademantel ist.“ und „[…]Später befühlt sie das Cape. Erschlafft hängt es am Haken. Gibt sich harmlos, frotteeflauschig. Ein Meister im Täuschen und Tarnen. Einer, der weiß, wie man sich vor Müttern versteckt. Müttern, die nichts ahnen wollen. Müttern, die an den Bademantel glauben.“, dann wird einem anders. Das tut weh, und weil es weh tut, ist das nicht mehr und nicht weniger ein Beweis dafür, dass uns hier jemand etwas ganz stark erzählt.
Gemeinhin wird das Buch als Coming-of-Age gelabelt. Ums Aufwachsen geht’s durchaus; doch nicht ums Erwachsenwerden. Das Thema des Buches, es ist ein ganz anderes.
Unbedingt lesen, unbedingt, unbedingt.

Anneliese MackintoshSo bin ich nicht

Dass ich das Buch gelesen habe, war dem Zufall geschuldet, dass ich einem Lektor des Aufbau-Verlags bei einer Party begegnet bin. Wir befreundeten uns bei Facebook, und er schickte mir die Lektüre zu. Eine Beurteilung fällt mir schwer, weil ich außerstande bin, das Buch lediglich auf Grundlage literarischer Kriterien zu bewerten. Beschränke ich mich allein darauf, gibt es nichts zu bemängeln. Die Geschichten sind souverän erzählt, unterhalten gut und brachten mich nicht selten sogar zum Lachen. Mein Problem: Es ist für mich diese Art Schreiben-als-Psychohygiene/-therapie, die als typisch für Frauen gilt, ja vielleicht bloß eine gehobenere, neue (?) Spielart darstellt unter dem sexistischen Label namens Frauenliteratur. Mackintosh macht sich, fragt man mich, selbst zum Klischee, sie erfüllt die Erwartungen, die man an schreibende Frauen hat: Sie müssen sich selbst therapieren, das ist der Grund, warum sie in die Tastatur hauen und sonst nichts (Inga-Maria Mahlke hat dazu mal etwas sehr Treffendes geschrieben, leider finde ich die entsprechende FB-Statusmeldung nicht mehr). Ich hatte nicht das Gefühl, etwas Neues zu lesen, vielmehr war es mir gar zu vertraut. Interessanter hätte ich gefunden, wäre der Verfasser ein Mann, hätte ein Mann derart blank gezogen und sich so fragil, so anfreifbar gezeigt. Ein Aufbrechen von gelebten Rollenklischees, eine männliche Emanzipation – nicht von den Frauen, sondern von klassischen Erwartungen, mit denen sich Männer konfrontiert sehen. Ob ich es dem Buch aber „zum Vorwurf machen“ möchte, weiß ich nicht. Eigentlich wäre es unfair, weil das Problem die Klischees und deren Ursprünge sind und nicht diejenigen, die ihnen (zufällig) entsprechen.

Wolfang Herrndorf – Sand

Hat mir besser gefallen als Tschick, wobei ein Vergleich im Grunde kaum möglich ist. Während Tschick ein Feel-Good-Buch mit Feel-Good-Ende ist, stellt Sand eine satirische Agentenklamotte dar mit schwer verdaulichem Ausgang. Ursprünglich habe ich, anlässlich der Rezensionen, die von einem verschachtelten, schwierig zu folgenden Roman sprachen, davor zurückgeschreckt, mir das Buch zu besorgen. Als ich allerdings mal ein paar Payback-Punkte zuviel hatte, fasste ich mir ein Herz. Es hat sich nachgerade amortisiert. Sand ist ein herrlich intelligenter und brillant erzählter Roman, wenngleich die ein oder andere Länge nicht abzustreiten ist. Die Einführung der Figur Helen Gliese ist für mich das persönliche Highlight des Buches; bisher bin ich noch keiner großartigeren Personeninstruktion begegnet. Auch an den sarkastischen Passagen konnte ich mich laben, insbesondere an der schrulligen Kartenlegerin Michelle, die Herrndorf mit großer Leidenschaft durch den Kakao zieht. Die Liebe zum Detail sowie das Ausmaß der Beschreibung der Tarot-Sessions erscheint mir nicht zuletzt bemerkenswert, machte doch WH in seinem Blog Arbeit und Struktur keinen Hehl daraus, was er von allem, was sich der Wissenschaft entzieht, hielt. Als Irre hätte er eine Michelle bezeichnet, wäre er ihr begegnet. Aber nun –
Sand gehört zu den wenigen Büchern, bei denen mich die Auflösung der Geschichte interessiert hat. Sehr überrascht war ich am Ende nicht, was allerdings nicht gegen das Buch spricht. Es ist, like I said, erzählerisch, sprachlich und kompositorisch auf höchstem Niveau, und noch dazu spannend und zuweilen wahnsinnig amüsant. Diese Elemente zusammenzubringen, erachte ich als wahres Kunststück.

David Foster Wallace – Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich

Wenn ich mir David Foster Wallace zu Gemüte führe, fühle ich immer eine geistige und emotionale Nähe. Das ist unheimlich wohltuend und gleichzeitig ausgesprochen traurig, weil ich ihn immer in dem Wissen lese, dass er, dessen Blick auf die Dinge den meinen ähnlich ist, tot ist; dass uns eine Welt trennt. Es dürfte niemanden geben, der eine Fahrt auf einem Luxuskreuzfahrtschiff so intelligent und komisch beobachten und analysieren kann wie DFW. Es ist die reinste Freude, dieses Buch zu lesen.

Robert Merle Der Tod ist mein Beruf

Mit großer Vorfreude und mithin hohen Erwartungen bin ich an den Roman rangegangen, der die Geschichte des Lagerkommandaten von Auschwitz, Rudolf Höß (im Buch Rudolf Lang) erzählt. Es ist der Versuch, anhand einer Biografie unfassbar erscheinendes Verhalten zu erklären. Bezüge zu Hannah Arendts Bericht Eichmann in Jerusalem, der die sog. Banalität des Bösen thematisiert, erschienen nicht zufällig, müssen es allerdings sein, weil Merles Werk fast ein Jahrzehnt früher erschienen ist. Überzeugte mich das Buch? Nein, leider nicht. In erster Linie dürfte es daran liegen, dass mich der Protagonist völlig kalt gelassen hat. Die Figurenzeichnung wirkte auf mich erschreckend eindimensional und klischeebeladen. So sehr ich mich auch bemühte, es gelang mir nicht, Rudolf Lang seinem im Buch dargstellten Charakter abzukaufen. Darüber hinaus fand ich den Roman sprachlich wie erzählerisch recht limitiert, um nicht zu sagen dürftig, was dazu führte, dass sich keinerlei Spannung beim Lesen auftun wollte. Dass es obendrein grobe faktische Schnitzer gab („Auschwitz sollte die jüdischen Häftlinge aufnehmen und Birkenau die Kriegsgefangenen“ S.185. Nein,  genau umgekehrt wird ein Schuh draus.) – geschenkt. Insgesamt hat mich das Buch sehr unbefriedigt zurückgelassen.

Einen guten Rutsch, ihr Muschis!

Advertisements

And the Nobel Prize goes to…

Ein Songtext kann genauso Literatur darstellen wie ein gemeines Gedicht, Drama oder Prosawerk. Die Grenzen von Literatur und Musik sind fließend. Ein guter Text bzw. eine gelungene Sprache fußt stets auf musikalischen Grundlagen wie Ton, Rhythmus usf.
Das belegt bereits die Historie, wie die herzerwärmende Nora Gomringer unlängst in einem Artikel in der NZZ.ch  festgehalten hat.

Vergessen scheinen die Aoiden der vorhomerischen und homerischen Zeit, die die Odyssee bei Gastgelagen sangen und denen der Dichter Homer lauschte, dann – die Wissenschaft ist sich beinahe sicher, dass es so gewesen sein muss – die besten Vortragsversionen verband und den Text schuf, der uns mit seinen 24 Gesängen über die Irrfahrten des Listenreichen zur Weltlektüre wurde.

Homer hätten die meisten Menschen den Nobelpreis für Literatur wohl ohne Zögern gegönnt, Bob Dylan bekommt heftigen Gegenwind.

Das Komitee hat gezeigt bzw. zeigen wollen, dass es in der Gegenwart angekommen ist – ist es tatsächlich natürlich immer noch nicht, weil Dylan als Repräsentant der Popkultur einfach nicht mehr zeitgemäß ist.
Das ist einerseits eine wichtige, andererseits aber auch eine unglückliche Geste.
Im Fokus des Literaturnobelpreises sollten nicht zuletzt – aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung – außerordentliche literarische Qualität sowie auch poetische Innovationen gewürdigt werden. Wäre es allein nach diesen Maßstäben gegangen, hätte Dylan nicht Autor_innen wie Thomas Pynchon, Don DeLillo, Elena Ferrante etc. vorgezogen werden dürfen: Denn zwischen ihm – wenngleich er zweifelsohne ein guter Songwriter ist – und den Genannten liegen einfach noch ein paar Sternensysteme.
Bei der Entscheidung der Akademie ging es vor allem darum, ihr eigenes Innovationsbedürfnis zu befriedigen. Sie haben dieses literarischen Maßstäben vorgezogen. Letztlich wurde der Verbreitungsweg prämiert. Was dumm ist, weil man durchaus zwei Fliegen mit einer Klappe hätte schlagen können. Preisfrage: Warum wurde keine Songwriterin*/kein Songwriter* ausgezeichnet, die/der in puncto literarischer Qualität und Originalität Großschriftsteller_innen wie Philip Roth, Margaret Atwood, Thomas Pynchon usf. in nichts nachsteht?
Arbeitshypothese: weil das Komitee niemanden bis auf Bob Dylan kennt, der irgendwas mit Popkultur zu tun hat.

Was ich eigentlich nur sagen will: Die Nase zu rümpfen, weil ein vermeintlich Genrefremder den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat, ist genauso bescheuert, wie den Einzug der Popkultur in die Literatur für ausreichend zu befinden, um sich den Literaturnobelpreis zu verdienen.

„Besteht der Außerirdische aus Kohlenstoff oder Silikon?“, „Eh, das zweite… Xyliphon.“

Wie ich gestern bereits erwähnt habe (das betrifft diejenigen, die in meiner Facebook-Friendlist sind), habe ich das erste mal seit 14 Jahren kotzen müssen. Die meisten werden denken, dass das kein Grund ist, um es mit einem Post zu bedenken und mit Bedeutung aufzublähen, stellt doch Kotzen für sich genommen nichts Außergewöhnliches dar. Das stimmt, allerdings nur insofern, als man kein Emetophobiker ist. Wer unter Emetophobie leidet, kriegt spontane Atemnot, sobald ihm mal etwas unwohl ist – oder seinen in unmittelbarer nähe befindlichen Mitmenschen. Wer unter Emetophobie leidet, möchte vor dem Kotzen weggrennen. Wer unter Emetophobie leidet, kann eine pathologische Angst vor dem Essen haben oder entwickeln.
Es ist nicht so, dass ich in all den Jahren keinen Brechreiz gehabt hätte. Den bekam ich sogar häufiger mal aus unterschiedlichen Gründen. Gleichwohl blieb es immer nur beim Würgen. Nie ist es mir tatsächlich aus dem Mund gekommen. Je häufiger ich diese Erfahrung machte, desto weniger Panik empfand ich beim Würgen. Irgendwann war sie sogar ganz weg; weil ich mich darauf verlassen konnte, dass mein Mageninhalt letzten Endes doch nicht hervorkommt; und weil ich darauf vertraute, dass man mit der Psyche, mit aboluten Willen bzw. Widerwillen, steuern kann, mit welchen Reaktionen der Körper einer Krankheit begegnet.
Seit dem ich Herrendorfs Blog gelesen und mich mithin mit Glioblastomen beschäftigt habe, macht mir der Gedanke schwer zu schaffen, wie abhängig unser Geist, unser Bewusstsein, unsere Klarheit von einem Klumpen Materie, dem Hirn, ist; wie ohnmächtig wir eigentlich sind; wie ausgeliefert. Es geschehen soviele Prozesse im Gehirn, von denen wir nicht das Geringste mitbekommen. Es hat uns ganz in der Hand. Es kontrolliert uns, nicht wir es. Und wehe, wehe, dieses fragile System ist irgendwelchen Erschütterungen ausgesetzt. Dann verlieren wir entweder unsere Sprache, unser Gleichgewicht, unser Sehvermögen, unser Gefühl, unsere Körperkontrolle, unsere Persönlichkeit, uns selbst.
In meiner vorletzten Kurzgeschichte Die Suche nach Satelliten, in der es um den Zusammneschluss von Deutschland und Österreich geht, schrieb ich einmal:

Ich schlürfe meinen Drink aus und bestell noch einen. Egal, wieviel ich heute bechern werde: Ich werde immer die Kontrolle behalten. Mit der Kraft des Willens werde ich mich gegen mein sich gehen lassendes Hirn auflehnen. Es kann nichts passieren, solange ich kein grünes Licht gebe. Wenn ich nicht will, dass Hypothalamus, Hypophyse und Eierstöcke meinen Ovarialzyklus vollkommen unbemerkt steuern, werde ich künftig nicht mehr menstruieren; wenn ich meiner Medulla oblongata Einhalt gebiete, werde ich nicht kotzen. Wenn ich nur will, werde ich nicht torkeln. Egal, wieviel ich trinke. Ich bin stärker als mein Hirn. Ich bin mehr als Materie.

Ich habe wirklich geglaubt oder zumindest gehofft, dass dieses möglich wäre oder zumindest in weiten Teilen; dass ich mit Willenskraft mich aus der Ohnmacht der Abhängigkeit von und der Kontrolle des Gehirns befreien könnte. Und so hatte ich auch, als ich letzte Nach die ersten Symptome bekam, als ich minütlich zum Klo rennen musste wie jemand, der zehn Einläufe auf einmal verpasst bekommen hat, zunächst keine Angst. Ja, okay, scheint ein härterer Infekt zu sein, dachte ich, aber hej, ich habe 14 Jahre lang nein gesagt, ohne dass mein Hirn dem etwas entgegensetzen konnte.
Als ich aber schließlich würgen musste, wusste ich auf einmal, dass es dieses Mal nicht dabei bleiben würde; dass ich dieses Mal wirklich kotzen müsste. Und so geschah es schließlich auch. Nicht einmal so viel, dass ich danach eine Erleichterung verspürt hatte, aber doch genug, um es aus dem Mund laufen zu lassen und die Säure im Rachen zu schmecken. Während ich kotzte, kippte ich mir einen Becher kalten Wassers über den Hinterkopf, um nicht vor der Schüssel zusammenzubrechen (war schon vollkommen dehydriert und einen Tag ohne Schlaf). Und nachdem ich die Schüssel ausgekippt und ausgespült hatte, legte ich mich wieder hin und dachte über das eben Erlebte nach. Mein erster Gedanke: Mein Gehirn hat sich gegen meinen Willen behauptet, hat gemacht, was ihm beliebte.
In diesem Augenblick wurde ich mir meiner eigenen Sterblichkeit und mithin Menschlichkeit bewusst. Ich fühlte nur noch  Ernüchterung.

no, truth doesn’t make a noise

Kann man noch bedenkenlos die Musik von jemanden hören, der mutmaßlich Kinder sexuell missbraucht hat?

Spätestens seit Michael Jacksons Tod dachte ich, ich würde nie wieder mehr mit dieser wenig erbaulichen Frage konfrontiert werden. Wenig erbaulich deshalb, weil MJ für mich einer der ganz Großen war. Jemand, der mit einem einzigen Video Geschichte geschrieben, der – frei nach Hesse – wie ein Vogel eine alte Welt, das Ei zerstört hat, um geboren zu werden.

Wir wissen, wovon ich rede. Ich rede von Thriller. Ich rede auch von all den gigantischen Hits, die danach kamen. Ich rede von dem Mann, über den man sagt, er hätte keine Kindheit gehabt. Ich rede von dem Farbigen, der weiß geworden ist. Ich rede von dem Kerl, der, angesichts seiner pluralistischen Botschaften und zunehmend zerbrechlichen Erscheinung, nie als solcher wahrgenommen wurde. Ich rede von dem Menschen, der eine Metamorphose zur Puppe gemacht hat. Ich rede von dem Star, mit dem ich aufgewachsen bin. Ich rede von der gebrochenen Person, die mehr tragisches Opfer einer perfiden wie skrupellosen Verleudmungsaktion zu sein schien als derjenige Täter, gegen den Anklage erhoben wurde. Ich rede von dem Künstler, dessen Schaffen mich zu Tränen rührt. Ich rede von demjenigen, der wohl der einzige Mann sein dürfte, bei dem ich trotz aller harten Indizien nicht glauben kann, dass er etwas Schreckliches, ja, Böses getan hat. Ich rede vom King of Pop, der für das Gute stand, in seinen Texten, seiner Wohltätigkeit, seiner öffentlichen Haltung, und uns alle damit erschreckt, dass auch er einen Schatten gehabt haben könnte.

In der Spiegel TV-Doku Gesichter des Bösen wird die Frage debattiert, ob es eine sogenannte Fratze des Bösen gibt. Die einhellige Antwort der befragten Journalisten, Schriftsteller*innen, Gerichtsreporter*innen und forensischen Psychiater*innen lautet erwartungsgemäß: Nein. Das Böse stecke in jedem, das Böse habe keine Fratze, an der man es erkennen könne.
Ich bin ja der Meinung, dass sich die These der Dokumentation um einen Terminus dreht, der aus sich heraus bereits ungeeignet für eine seriöse Problemfrage erscheint: böse. Ich kriege trotz langer Suche nicht mehr zusammen, wer Folgendes einmal formuliert hat (vielleicht de Sade?): Gut und Böse sind Vorurteile der Kirche. So jedenfalls betrachte ich es. Denken wir in derartigen Kategorien, frage ich mich, inwieweit uns noch etwas von der geistigen  Starre und Einfältigkeit von Verschwörungstheoretikern, Faschisten oder religiösen Fundamentalisten trennt. Es gibt keine Monster, Dämonen oder Teufel, genauso wenig wie es Engel und Feen gibt. Zielgerichtetes, bewusstes Handeln ist mir auf diesem Erdenrund nur von Menschen bekannt. Ein Mensch, wie ich es bin, ein Mensch, wie Hitler es war, ein Mensch, wie du es bist, ein Mensch, wie Fritzl es ist.
Niemand, der sich als gesittet und aufrecht begreift, möchte sich auf eine Stufe mit einem schweren Verbrecher/einer  schweren Verbrecherin gestellt wissen; möchte ihn/sie nicht einmal in seiner gefühlten Nähe haben. Ganz weit weg sollen sie sein, die Mörder*innen, die Sexualstraftäter*innen. So weit weg, dass sie am besten gar nicht mehr zur Spezies Mensch dazugerechnet werden. Dann wird aus dem Mensch ein Monster, Ungeheuer, Dämon usf. Und dann hat er mit uns nichts mehr zu tun; hat er mit mir nichts mehr zu tun und mit dir auch nicht. Weil: wir, du und ich, wir sind Menschen; die da hingegen, dort hinten, sind Monster, Abschaum, Ungeheuer. Dass wir damit einer Strategie folgen, derer sich bereits die Nationalsozialisten bedient haben, um ganze unliebsame Bevölkerungsstämme auszurotten, verdrängen wir mal getrost. Genauso wie wir ausblenden, dass wir uns damit selbst zu denjenigen machen, die wir verurteilen.
Wahrscheinlich ist genau das das Unbegreifliche an allem: das ein Mensch, wie ich es bin, fähig ist, Schreckliches zu tun; bedeutet es doch im Umkehrschluss, dass auch ich theoretisch imstande bin, Verbrechen zu begehen; dass auch ich einen Schatten habe.

Ich schreibe das so altklug daher und erwische mich im selben Moment dabei, wie ich mir Michael Jacksons Gesicht vorstelle und daran scheitere, die Vorwürfe mit ihm in Einklang zu bringen. Niemals. Ich glaube das einfach nicht. Dieses zerbrechliche, mittleiderregend aussehende Wesen kann unmöglich etwas getan haben, das vor dem Hintergrund sexualstrafrechtlicher Relevanz steht. Dieser Mensch war nicht böse, kein Unmensch. Kriege ich nicht hin, packe ich kognitiv nicht und emotional sowieso schonmal gar nicht. Und plopp, schon ist es passiert. Schon entmenschliche ich jemanden, um mich zu distanzieren, um die Scheiße vom Kitsch zu trennen, um den menschlichen Ursprung des Übels in meiner  unversehrten, heilen Welt wegzurationalisieren, um das Leben irgendwie zu ertragen.
Ich habe es erkannt und versuche, nicht mehr in diese Falle zu tappen. Mir wird es nicht immer gelingen, aber solange ich mir meine Dynamiken wieder und wieder bewusst mache, habe ich die Möglichkeit, die Dinge klar(er) und sozialer zu sehen, zu bewerten und mithin zu behandeln.

Michael Jackson hatte keinen Schatten, weil er unvorstellbar erscheint. Nicht nur für mich, sondern für Millionen andere auch. Es erscheint unvorstellbar, weil er eine Legende ist; weil er bekannt war für seine Friedensbotschaften und karitativen Verdienste; weil er keine Kindheit gehabt hatte; weil er liebevoll aussah; weil er am Ende so fragil und verletzlich  erschien, dass es einem fast das Herz zerriss. Ob die Anschuldigungen, die im Boulevard wieder aufgeflammt sind, stimmen, wissen wir nicht. Daher tut es auch wohl noch nicht Not, sich der moralischen Frage auszusetzen, ob man sich schmutzig macht, die Musik MJs zu hören.

Wie auch immer die Wahrheit aussieht: Michael Jackson war nicht in erster Linie King of Pop, Legende oder Gefallener, sondern ein Mensch. Wie wir, du und ich, wie die dort hinten, die wir am liebsten als Monstren bezeichneten. Es kann sein, dass er Kinder missbraucht hat. Vielleicht aber auch nicht. Ändern tut es nichts an folgendem, allzu bekanntem Gesetz: Alles, auf das die Sonne scheint, wirft auch einen Schatten. Die Dunkelheit ist daher allenthalben, auch bei mir und dir… und eben Michael Jackson.

Update 01.06.2016: An den Vorwürfen ist nichts dran. Danke, Perlentaucher, füt den aufschlussreichen und seriösen Artikel.

Ach, leck mich doch am Fuß

Heute möchte ich mich mal wieder völlig unpolitisch geben und ein bisschen alten Zeiten nachhängen, indem ich berichte, was sich in den letzten Monaten zugetragen hat – ansonsten verstaubt mein Blog gänzlich.

Die größte Neuigkeit dürfte wohl sein, dass ich mein Buch, Die Große Glocke, tatsächlich zu Ende geschrieben habe. Konkret am 29. April. Acht weitere Tage brauchte ich für die Überarbeitung, sodass ich am 7 Mai meinen Agentinnen endlich das fertige Manuskript zuschicken konnte.
Dieser vorläufige Abschluss geht aus zweierlei Gründen mit einer gewissen Erleichterung einher. Zum einen gab es im Laufe der vier Jahre (von der Idee über die Konzeptänderung bis zum „Endergebnis“) immer wieder Phasen, in denen sich ernsthafte Zweifel auftaten, dass ich jemals zu Ende brächte, was ich begonnen hatte; zum anderen hat das Buch, insbesondere in den vergangenen Wochen und Monaten, sehr viel von mir abverlangt.

Wenn ich sagen müsste, was ich bei all der Arbeit am ergreifendsten gefunden habe, dann ist es die stilistische Veränderung, womöglich sogar Entwicklung – aber das nur unter Vorbehalt -, die Die Große Glocke durchgemacht hat.

2012 nahm ich die Arbeit auf. Grundgedanke war, dass ein paar Leute sich vornehmen, einen Berg wortwörtlich zu versetzen. Dafür herhalten sollten ursprünglich die Drei Zinnen. So lag der Arbeitstitel Von hinnen die Zinnen auch nicht fern.

Begonnen habe ich den Roman multiperspektivisch bzw. polyphon. Für mich war von Anfang an klar, rein intuitiv, dass meine Hauptprotagonist*innen Personen sein müssen, die von ihrem aktuellen Leben die Flucht ergreifen und folglich Heimatlose werden. Demnach wollte ich einem hundertseitigen Prolog erzählen – ambitioniert und selbstverliebt, wie ich war -, durch welche Umstände die Figuren zu den Drei Zinnen gelangen.

Wenn man die Drei Zinnen als Kulisse bestimmt, kommt man natürlich nicht drum herum, wenigstens einmal dort gewesen zu sein. Demzufolge war eine Reise in die Dolomiten unumgänglich. Da ich allerdings weder Führerschein noch Kapital noch Reisegefährten hatte, sah ich mich gewzungen, umzudenken. Mir war klar, dass ich, hielte ich an den Zinnen als Handlungsort fest, alles unnötig verkomplizieren würde; und dass es auf den Berg als solchen nicht ankam, sondern allein darauf, was mit ihm angestellt werden sollte. So erfand ich einfach einen Berg, der mir erzählerisch alle Freiheiten bot. Ein Name drängte sich mir glücklicherweise auch schnell auf : Die Große Glocke.

Der nächste Schritt war, abzuwägen, wie ich erzähle: welche Erzählperspektive wähle ich, wie muss der Erzählton sein, was muss direkt, was indirekt erzählt werden, was muss rein, was ist redundant. Und, was soll ich sagen: jede*r, die/der schreibt, weiß, dass das nur durch lästiges Probieren herausgefunden werden kann. Die erste Seite eines Buches schreibt man so häufig wie keine andere. Bei ihr gilt es, die Sprache der Geschichte zu finden. Das hat mich einige Versuche und Überlegungen gekostet, da es soviel Möglichkeiten gab und ich mit dem Prolog, den ich bereits angefangen aber noch nicht fertigeschrieben hatte, einen Ansatz hatte, mit dem ich hätte weiter arbeiten können. Ich entschied mich allerdings gegen die Polyphonie mit anschließendem Übergang in die Einstimmigkeit, sowie gegen einen satirischen, nachäffenden Erzählmove. Denn: wenn ich schon eine*n man-Erzähler*in bemühe, muss ich ihr/sein Potenzial gänzlich ausschöpfen. Und das ging in meinen Augen nur, wenn ich Distanz erzeugte.

Von José Saramago und später auch David Foster Wallace maßgeblich inspiriert, arbeitete ich die ersten 150 Seiten mit zahlreichen Hypotaxen, in denen ich Hochsprache mit Slang/Alltagssprech zusammenflocht, sowie mit direkten Reden, die ich im Text einbettete, statt sie durch Anführungszeichen oder Bindestrichen herauszustellen – ganz wie Saramago. Ich versuchte schlicht das umzusetzen, was ich selbst gerne lesen wollte. Den Sprachstil änderte ich im letzten Jahr jedoch grundlegend, weil mir auffiel, dass das, was ich bisher zu Papier gebracht hatte, entweder nicht aufging oder schlicht scheiße war. Aus den verschachtelten Hypotaxen wurde kleinere Hypotaxen oder Parataxen (beeinflusst von Carson Mccullers), aus dem Stilpotpurrie eine konstante, einheitliche Sprache der/des man-Erzähler*in, die/der sich fortan nicht mehr selbst konstrastieren, sondern nur noch dem Sound der direkten Rede gegenübergestellt werden sollte. Die Überarbeitung war sehr mühselig, weil ich schrecklich viel um-, zuweilen sogar neu schreiben musste. Die gescheiterten Genialitätsversuche anfang 2o-jähriger sind die, die beim Herausredigieren die meiste Zeit kosten. So habe ich auch bei der Endberabeitung am längsten an den ersten 150 Seiten gesessen – also denjenigen, die ich mit 22 bis 23 geschrieben habe -, während ich beim zweiten Teil, sprich den, den ich letztes Jahr angefangen und unlängst fertig gestellt habe, kaum Hand anlegen musste. Kurz gesagt, ist mein Buch stilistisch von einem Extrem zum anderen gewandert, vom Bayern zu Dortmund, von flüssig zu fest, von Mac zu Windows: War es vorher durch eine komplex-verschachtelte, mithin fordernde Stilistik charakterisiert, zeichnet es sich jetzt durch seine leichte und Zitat Kristine Listau magische Zitende Sprache aus.

Nun bin ich gespannt, was meine beiden Agentinnen vom Endergebnis halten, ob sie Chancen sehen und das Manskript im Idealfall sogar so groß rausbringen können, wie sein Titel klingt.

Soviel dazu.

Was ist zuvor noch geschehen? Susan Bindermann ist am 16 März 2016 unerwartet gestorben. Mir fällt es immer noch schwer, es zu begreifen, und es geht mir näher, als es wahrscheinlich sollte. Susan habe ich im letzten Jahr bei meinem Praktikum in der Literaturagentur, die mich nunmehr vertritt, kennenlernen dürfen. Zunächst hatte ich Angst vor ihr, weil sie auf mich wahnsinnig seriös und – ohne negative Konnotation – elitär wirkte. Ich fühlte mich automatisch unter einen Leistungsdruck gesetzt und zugleich unfähig, Anweisungen nachzukommen oder auch nur zu verstehen. Sobald ich allerdings allein mit ihr in der Agentur war, zeigte sich, dass Susan eine sehr liebe und soziale Frau war, die den Anspruch hatte – das kam bei unseren langen Gesprächen schnell heraus -, allen gegenüber fair und gerecht zu sein. Wir hatten sehr schöne, ab un zu auch intime Unterhaltungen, die ich gerne weitergeführt hätte, wenn die Zeit es zugelassen hätte. Statt sich unnahbar zu geben, zeigte Susan sich als ganzer Mensch, als Frau vom Fach und Privatperson. Etwas, was mich sehr berührt hat. Ich habe nach meiner Zeit in der Agentur oft an sie denken müssen und mich gefragt, wie es ihr geht. Es war mir ein großer Wunsch, sie wiederzusehen und mich mit ihr in Gespräche zu begeben. Dann allerdings erhielt ich die Nachricht von ihrem plötzlichen Tod. Es ist unfassbar traurig. So traurig, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie nicht mehr lebt. Ruhe in Frieden, Susan. Ich bin froh, dich kennengelernt zu haben.