„Der Typ ist eine Volleule, aber lustig anzuschauen.“

von romantischverklaert

Bei der gestrigen Automatendichtung hat mich jemand auf die Idee gebracht, jene Mail publik zu machen, die mir die Tür zu SuKuLTuR aufgeschlossen hat. Hier also eine Anleitung, wie man einen Job als Herausgeber*in in einem prestigeträchtigen Verlag bekommt.
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Hallo Marc Degens (Anmerkung der Red.: den Namen der/des* Programmleiter*in einfügen)

keine Angst, es folgt kein Manuskript, sondern zunächst einmal nur eine profane Frage. Vorab aber muss ich mich noch kurz vorstellen; ich heiße *****, präferiere es indes, Sofie (mit f) genannt zu werden — vornehmlich eigtl. nur, weil ich in der Untergrund-„Literaturszene“ (schon dieses Wort!) ausschließlich unter diesem Namen bekannt bin. Ich bin fünfundzwanzig Jahre und im Augenblick noch vom Jobcenter abhängig, das mich in ein Programm gesteckt hat, in dem die Teilnehmer, sagen wir, angehalten werden, ein Praktikum zu absolvieren — unbezahlt selbstverständlich. Da sich meine Sehnsucht, an einer Wursttheke den Verkäufer*innen beim Wiegen, Eintüten und Verpacken zu assistieren, in Grenzen hält, bin ich auf der Suche nach einer Stelle, die für mich ein wenig erbaulicher ist als das, was das Jobcenter verheißungsvoll wähnt. Aber langer Rede kurzer Sinn: Gäbe es im Sukultur-Verlag eine Möglichkeit für ein unbezahltes Praktikum?
Ich muss dazu erwähnen, dass ich mir für fast gar keine Arbeit zu Schade wäre, selbst wenn ich, sofern kein Reinigungspersonal vorhanden, die sanitären Anlagen der Redaktion säubern oder Absagemails an sich selbst maßlos überschätzende Schreibende verfassen müsste. Das einzige, was ich wirklich absolut nicht kann, ist Akkordarbeit — mehrmals versucht und immer zusammengebrochen (nie wieder Kaufland oder Kopierläden!)… falls es bei euch absolut keine Möglichkeit geben sollte, hättet ihr vllt. ein paar Tipps, an wen ich mich anderweitig wenden könnte? (Anmerkung der Red.: eine Frage zum Schluss ist optional)

Auf dass ich mit dieser Mail nicht für bodenlose Ermüdung gesorgt habe…
Mit besten Grüßen,

Sofie Lichtenstein

Und das hat Marc Degens seinerzeit geantwortet.

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