Ich habe wahnsinnige Angst, mit den Jahren womöglich schön zu werden

von romantischverklaert

Der Trend setzt sich fort. Von Jahr zu Jahr werden es weniger Beiträge. Doch nicht nur das: Auch die Länge meiner Posts wird immer überschaubarer. Schrieb ich seinerzeit halbe Novellen, schaffe ich es heute nur noch, einen zehnzeiligen Blocktext zu verfassen. Woran liegt das. Die Erklärung fällt genauso aus wie die Jahre zuvor: Der Geist ist willig, doch das Fleisch war rar, oder anders ausgedrückt: Mit fehlt die Zeit und Muße – nicht nur fürs Bloggen, sondern auch fürs Lesen, ihr werdet es gleich selbst feststellen. Und sie fehlt mir deshalb, weil ich immer mehr zu tun habe. Die Lotterjahre sind bald vorbei. Wie kommt’s? Es gab soviele unerwartete Entwicklungen, die einfach meine ganze Aufmerksamkeit erfordert haben. Entwicklungen indes, die in erster Linie positiv waren und mich merklich weitergebracht haben. So richtig Fahrt genommen hat alles, als ich von März bis Ende April im Verbrecher Verlag als Praktikanteuse – um es mal phonetisch exquisit auzudrücken – gearbeitet habe. Ja, tatsächlich, ich habe gearbeitet und keinen Kaffee gekocht, habe Pressearbeit gemacht, Manuskripte Korrekturgelesen, Einsendungen gesichtet und abgelehnt, mich rundum wohl gefühlt. Und nachdem ich mich von meinen geliebten Verbrechern verabschieden musste – um 5 Mio. Bücher reicher -, habe gleich ich, Kristine sei Dank, ein zweites Praktikum an einer Literaturagentur angeschlossen. Von derselben werde ich nunmehr vertreten. Usprünglich war es ein freundschaftlicher Dienst, den mir meine liebe Agentin erweisen wollte. Als sie schließlich aber zum ersten Mal in mein Manuskript Die Große Glocke reinlas, war sie wider erwarten vollkommen begeistert, um nicht zu sagen enthusiasmiert. Eine Reaktion, die mich maximal überrascht hat, hatte ich doch so herbe Zweifel, dass ich meine Agentin quasi anflehte, mir nach erster Lektüre ehrlich zu sagen, ob es sich amortisiert, daran weiterzuarbeiten. Und nun, da ich weiß, dass ich keinen absoluten Müll produziere, wenn nicht sogar an etwas sehr Vielversprechendem arbeite, zwinge ich mich Tag für Tag, zwei Seiten zu schreiben, um das Buch, das mich bereits 3 Jahre umtreibt, endlich zu beenden. Bedeutet: Meine Abende sind komplett fürs Buch verplant, mindestens für das kommende halbe Jahr.

Damit aber nicht genug. Denn seit Oktober bin ich (gemeinsam mit Moritz Müller-Schwefe) Herausgeberin bei, ich kann’s ja immer noch nicht ganz fassen, SuKuLTuR. Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal auf den Verlag aufmerksam wurde. Meine Schwester hatte mir das Heft Endivien von David Wagner geschenkt, das ich im Zug nach Bremen las – siehe Jahresrückblick 2011. Halt, nein, stimmt gar nicht, es war noch früher. Zum ersten Mal von SuKuLTuR gehört habe ich im Zuge der Plagiatvorwürfe gegen Helene Hegemann. Da war das alles für mich, so in Neuruppin, noch ganz weit weg, Verlage, Literaturagenturen, Bücher. Ich dachte auch, wann immer ich mir die Seite SuKuLTuRs anschaute, das es für jemanden wie mich unmöglich ist, dort eine Zusage für eine Publikation zu bekommen. Und heute, lediglich ein paar Jahre später, habe ich nicht nur ein Heft in Überlänge dort veröffentlicht, sondern die Herausgeberschaft übernommen, nachdem Marc Degens mir die Nachfolge angeboten hatte. Erwarte das Unerwartete, und nichts kann dich mehr überraschen.

Wie kam es eigentlich dazu, dass ich ein Heft, namentlich Spontaner Trip nach Sachsenhausen, bei SuKuLTuR veröffentlicht habe? Es war mal wieder so zufällig, dass es an Absurde grenzte. Auf der Suche nach einem Praktikum mit geringstmöglichem Arbeitsaufwand zog ich sämtliche Independentverlage Berlins in Betracht. Meine erste Wahl war SuKuLTuR, glaubte ich doch, dass man sich ebenda als Praktikanteuse nicht totmachen müsse. Infolgedessen schrieb ich Marc Degens eine Mail, in der ich unverschämt ehrlich meine Situation dartat und zugab, was mich dazu veranlasse, bei ihm anzufragen. Marc, dem meine Nachricht gefallen hat, konnte mir zwar kein Praktikum anbieten, ermutigte mich dafür aber in einem P.S., ihm ein Manuskript zukommen zu lassen, wenn ich denn mal eins in der Schublade hätte. Ich sah das als meine große Chance und setzte mich unverzüglich ans Notebook, um darüber zu brüten, was mein Thema werden sollte. Nach ein paar Tagen warf ich zwecks Prokrastination einen Blick in meine Facebook-Alben und entdeckte das Album Spontaner Trip nach Sachsenhausen. Mir fiel der Kommentar eines Bekannten ein, der da schrieb großartiger Titel. Und da hatte ich meine Geschichte. Eine Geschichte, in der ich tatsächlich etwas zu sagen hatte. Marc gefiel der Text und machte schließlich ein Heft mit mir, obwohl die Story 20 Seiten zu lang war.

Ihr seht also, es ist eine Menge passiert und ich bekomme mit den Jahren nicht weniger zu tun. Neben der beharrlichen Arbeit an meinem Buch und dem aufwendigen Posten als Herausgebeberin haben sich auch privat viele Dinge so geändert, dass sie mich die nächsten Jahre nachhaltig beanspruchen werden. Obendrein kommen auch noch die zahlreiche Lesungen, die ich dieses Jahr absoviert habe. Besonders aufregend war dabei meine Reise nach Mainz, weil ich erstens noch nie dort gewesen bin und mich zweitens auf die Bahn verlassen musste – vergeblich natürlich.

Aber nun! Kommen wir endlich zu den Lektüren, dich ich mir 2015 zu Gemüte geführt habe. Ich glaube, ich habe nicht mehr als 9 Bücher geschafft. Weil, siehe oben. Anna Seghers wollte ich dieses Jahr noch zu Ende gelesen haben. Hab ich aber nicht, die Disziplin und Kraft hat mit dafür gefehlt. Dann muss ich die Rezi fürs Jahr 2016 eben mit Das siebte Kreuz eröffnen. Los geht’s.

Wolfgang Herrndorf – Tschick

Ein schönes Buch, es hat mich amüsiert. Halte die Glorifizierung und den Hype darum dennoch für überzogen – dezent zumindest. Aber so isses ja meistens. Ein toller Jugendroman, der funktioniert, weil der Autor wusste, wozu es bedurfte: Ausschaltung der Erwachsenen, große Reise, die brandenburgische Landstraßen (das Wasser wäre schließlich nicht glaubwürdig gewesen). Ziemlich gut, aber in meinen Augen auch nicht mehr als das.

Eva Ruth WemmeMeine 7000 Nachbarn

Im Verbrecher Verlag korrekturgelesen. Und es hat mich ziemlich fertig gemacht. Gleichzeitig aber auch Vorurteile, denen ich in Bezug auf Roma erlegen gewesen bin, beseitigt. Ein unheimlich wichtiges Buch, und ich bin froh, dass Eva Ruth Wemme es sich zur Aufgabe gemacht hat, über die Unsichtbaren zu schreiben, über die, die keine Stimme in dieser Gesellschaft haben. Läsen mehr Leute dieses, teilweise erschütternde, Buch, statt hetzerische, rechtschreibfehlerträchtige Blogs, Bildzeitung, Focus oder die Welt, ginge es in diesem Land wahrscheinlich ein wenig menschlicher zu. Danke, Eva Ruth Wemme, das du mir die Augen ein wenig geöffnet hast.

David Wagner, Johannes Brunnschweiler, Martina Frnka, Delia Imboden, Luc Oggier (Hg.) – Bernbuch

Musste es auch korrekturlesen. Womöglich für diejenigen, die in Bern leben oder mal in Bern gewesen sind, eine nette Lektüre. Für mich war es ein Buch voller Belanglosigkeiten, sowohl inhaltlich als auch erzählerisch. Klang für mich über weite Strecken nach Pop, der sich selbst zu sehr gefällt.

Hans Joachim SchädlichCatt.Ein Fragment

Und das hier auch. Jetzt weiß ich, wer Hans Joachim Schädlich ist. Sprache gefiel mir, weil atemlos, an den Text selbst aber kam ich nicht ran. Interessant dagegen das Nachwort von Krista Maria Schädlich, die erklärt, Zitat Webseite warum der Text nicht erscheinen konnte und Fragment blieb Zitatende, und gleichzeitig die privaten ost-westdeutschen Schriftstellertreffen beschreibt.

Benjamin SteinEin anderes Blau

Mehr oder weniger aus Versehen gelesen. Was ich damit meine? Einigen dürfte ja mittlerweile bekannt sein, dass ich der zeitgenössichen Lyrik und Poesie nicht gerade zugetan bin (Von ausnahmen wie z.B. Szymborska abgesehen). Genau das allerdings ist Ein anderes Blau: ein lyrisches Werk, dem die Form der Prosa zu eigen ist. Stein selbst will es sogar als poetologisches Manifest verstanden wissen. In dem Glauben, eine durchgehende Geschichte über ein Busunglück in den Händen zu halten, las ich das Buch. Ein Irrtum. Das Busunglück gibt nämlich nur einen Rahmen fürs polyphone Ich.
Hinsichtlich der poetologisches Aspekte halte ich mich mangels Kompetenz mit einer Wertung zurück.
Was die Polyphonie jedoch betrifft, schwächelt das Buch, wie ich finde, stark. Die Unterschiede der Stimmen sind nämlich allein inhaltlich zu erkennen, nicht sprachlich. Obwohl der Text wie eine Sonate konzipiert ist und sich an ein Musikstück anlehnen soll, in das man Zitat Stein immer wieder für ein paar Minuten hineinhören kann. Die Bezeichnung Prosa für sieben Stimmen drängte sich auf – wie etwa  Sonate für sieben ungleiche Instrumente Zitatende, ist der Sound weitgehend gleichbleibend. Für mich zu wenig, um das Individuelle der Wahrnehmung darzustellen. Positiv erwähnt sei indes das Nachwort Steins, das aufschlussreiche und sehr interessante Hintergrundsinformationen zum Buch gibt.

Carson MccullersDas Herz ist ein einsamer Jäger

Auf dringende Empfehlung Judith Zanders gelesen; Nein, halt, das ist so nicht ganz richtig. Eigentlich meinte sie nur, ich sollte mal irgendetwas von McCullers lesen. Wollte mir ursprünglich Frankie holen, allerdings gab’s bei Thalia – ich weiß, geht gar nicht – nur The Heart Is a Lonely Hunter. Habe etwas gebraucht, um es durchzulesen. Ich kann mit Parataxe-Sprache nicht soviel anfangen. Mir gefällt der Sound nicht – weil sie in meinen Ohren keinen hat. Und da liegt vielleicht auch das Problem. Die Figuren sowie die Geschichte sind an und für sich sehr toll. Irgendwo in einer kleinen hässlichen Stadt in den Südstaaten gibt es einen Taubstummen, Mr. Singer geheißen, zu dem sich 4 einsame Menschen begeben, um sich alles von der Seele zu reden. Der taube Mr. Singer nämlich scheint der einzige zu sein, der sie versteht. Soviel kurz zu Story. Und was soll man sagen? Toller Plott! Um aber wieder auf mein Problem zurückzukommen. Beim Lesen müssen mich die Figuren, die Geschichte und die Sprache mindestens mitziehen, im Idealfall eigentlich sogar mitreißen. Und Letzteres tat es nicht. Ich will damit keineswegs die Qualität des Romans in Abrede stellen. Die Sprache gefiel mir bloß nicht. Ich glaube, es bedarf durchaus einer Affinität für syntaktische Verdichtung, ums toll zu finden. Mir geht sie ab. Trotzdem nettes Buch.

Gisela ElsnerOtto, der Großaktionär

Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte (siehe Link, werde es hier nicht wiedergeben) und die erste Seite, war ich voller Vorfreude. Möglicherweise ist Elsner eine Kandidatin, die einer meiner Lieblingsautor*innen wird, so meine leise Hoffnung. Ich wurde nicht unbedingt enttäuscht, allerdings auch (noch) nicht restlos überzeugt. Elsner hat eine ausgesprochene Affinität für komplexe hypotkatische Konstruktionen. Sie eignen sich hervorragend für humoristische Einbettungen, leiden teilweise aber auch stark unter ihren Redundanzen, die von der Autorin zwar mutmaßlich gewollt sind -, aber mehr „schaden“, als nützen, insofern sie eher stören, statt zu amüsieren. Der übergewichtigen, überachachtelten Sprache ist natürlich das Künstliche anzumerken. Bei nahezu jedem Satz wird mit aller Geisteskraft versucht, ihn möglichst in die Länge zu ziehen und zu verzieren. Das klingt nach harter Kritik, und dennoch will ich sie nicht derart verstanden wissen; womöglich deshalb, weil ich mit dem Stil sympathisiere und mich als Schreibende in der Sprache sowie in der Intention, die ich Elsner andichte, stark wiedererkenne. Ich glaube, das Buch wäre sehr, sehr gut geworden, hätte Elsner nicht jeden Satz überstrapaziert, sondern Hypotaxe und Parataxe – zumindest hin und wieder – abgewechselt. Das wäre in meinen Augen pointierter gewesen und hätte obendrein das Lesen etwas konsumfreundlicher gestaltet; so ist es für mich nur ein guter satirischer Roman mit einigen Lachern. Ich sage deshalb „nur“, weil ich da noch viel Potenzial gesehen hätte.

Marc Degens – Das kaputte Knie Gottes

Ich bin ja immer skeptisch, wenn Verlage ihre Bücher mit Attributen wie urkomisch, intelligent, spannend oder whatever labeln. Bei Das kaputte Knie Gottes ist von urkomisch die Rede. Tatsächlich habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Was ich bloß nicht verstanden habe, war, wieso der Erzähler in dem erfolglosen und später erfolgreichen Bildhauer einen Freund sieht.

Philip MeinholdErben der Erinnerung

Nachdem ich bereits bei der Lesung Philip Meinholds im Kreuzbergmuseum zugegen und ganz begeistert gewesen war, hatte ich sehr große Erwartungen an das Buch. So große, dass ich Kazantzakis dafür (mal wieder) beseite gelegt habe; und absolut nicht enttäuscht wurde. Erben der Erinnerung ist die sehr persönliche Auseinandersetzung einer Familie mit dem Holocaust und wirft die Frage auf, wie angemessen an die Shoah erinnert werden könne. In einem halb erzählerischen, halb essayistischen Stil reflektiert und nähert sich Meinhold der eigenen Familiengeschichte und der Erinnerungskultur an. Ein ausgesprochen kluges und gut geschriebenes (!) Werk, das jedem dringend zu empfehlen ist. Mein Höhepunkt des Jahres – dessentwegen ich übrigens die Bücher, auf die es Bezug nimmt, auch noch bestellen muss. (weiter leben von Ruth Klüger, Ein Hemd des 20. Jahrhunderts von Yann Martel, etc.) I love Meinhold! Bitte mehr davon.

Nikos KazantzakisDie letzte Versuchung

Selten so froh gewesen, ein Buch durchgelesen zu haben. Was in der Regel nicht für das Buch spricht. Ein wenig Schade ist es schon: Nicht nur, weil ich mich ob meiner Affinität für umgeschriebene neutestamentarische Geschichten sehr auf die Lektüre gefreut habe; sondern auch, weil die Änderung zum Schluss, die Kazantzakis in Jesus Biografie vornimmt, an und für sich sehr gut ist. Besser als in Saramagos Sprachkunstwerk Das Evangelium nach Jesus Christus, in dem der Autor sich am Ende in platter Religionsverunglimpfung ergeht (Gott der Böse, der Jesus instrumentalisiert, um seine Macht zu steigern, der Teufel der eigentlich Nette). Was Saramagos Jesus-Geschichte der von Kazantzakis indes voraus hat, ist die Sprache. Eine Sprache, die nicht nur poetisch ist, sondern es auch vermag, historisch zu klingen, ohne zu behäbig zu sein und Distanz zu schaffen. Kazantzakis letzte Versuchung erscheint unfassbar lang. So lang, dass einem irgendwann vollkommen das Interesse abgeht, wie sich für Jesus die letzte Versuchung nun darstellt. Minutiös erzählt Kazantzakis vom Leben des Erlösers, wobei markante Änderungen allein am Anfang (Jesus zimmert die Kreuze, an dem die Menschen hingerichtet werden, hadert zunächst mit seinem Schicksal als Heiland) und am Ende vorgenommen werden. Das muss nichts Schlechtes sein. Kazantzakis allerdings tut damit seinen Lesern, oder wenigstens mir, keinen Gefallen. Denn er – und da kommen wir wieder auf den Verweis auf Saramago zurück – schreibt einfach so unfassbar behäbig und teilweise leider auch verkitscht, dass es sich, ganz platt gesagt, nicht gut liest. Ja, die Sprache klingt irgendwie alt, irgendwie so, wie man sich halt vorstellt, wie damals gesprochen wurde; aber bei ihm zündet es nicht. Den Sätzen fehlt etwas, und das nicht zu knapp. Und so schleppt man sich durch 400 Seiten, fragt sich, wann kommt die Pointe, das, worum es in dem Buch eigentlich gehen soll…. und findet’s schließlich auf den letzten 40-50 Seiten. Ganz ehrlich: Um an diesen Punkt zu kommen, diesen kleinen Punkt, der Traumsequenz der Versuchung, hätte man nicht hunderte Seiten lang in einer sehr mäßigen Sprache um den heißen Brei herumreden müssen. Zuviele Redundanzen, die ich dem Buch nur angesichts einer großartigen Sprache und Erzählweise hätte verzeihen können. Schade. Vielleicht ist Alexis Sorbas ja besser.

Don DeLillo – Körperzeit

Das erste Kapitel hat mich umgehauen. So sehr, dass ich lange Zeit Schwierigkeiten hatte, weiterzulesen. Jeder Satz war für mich eine Wucht. Ich stellte mich auf eine ähnlich großatige Lektüre wie Falling Man ein. Allerdings wird die Geschichte sehr konfus, was keine Kritik sein soll, mich selbst unterdessen bloß ein wenig überfordert hat. Stilistisch durch und durch brillant, dieses assoziative Erzählen ist kaum nachzumachen und für mich nicht nur inspirierend, sondern nachgerade stimulierend. Don DeLillo, ein Meister seines Fachs.

Joseph Roth – Spinnennetz

Habe völlig vergessen, bei Facebook eine Kurzrezension zu schreiben. Muss ich es jetzt kurz machen. Ein starker Plott vernlasste mich damals zum Kauf. Roth beschreibt den unaufhaltsamen Aufstieg der Nationalsozialisten aus Sicht eines Täters Schrägstrich Emporkömmlings. Die Entwicklung wird großartig dargestellt, was nicht zuletzt den Stakkato-Sätzen geschuldet ist. Gleichzeitig aber haben für mich eben diese Sätze das Lesen schwer gemacht. Es braucht absolute Konzentration, die mir teilweise abging. Hiob gefällt mir im Vergleich besser, in erster Linie sprachlich.

Jörg AlbrechtAber nicht überall

Ganz einfach gesagt: Es geht um Bill Murrays Gesicht. Denn auch Albrecht ist – wie soviele – diesem Mann erlegen. Ich habe es gerne gelesen, nicht zuletzt weil ich grundsätzlich ein gewisses Vergmügen dabei empfinde, mir Texte zu Gemüte führen, in denen Autor*innen sich in Details zeitgenössischer Schauspieler ergehen.

Das war’s. Endlich! Guten Rutsch und auf ein erfolgreiches sowie glückliches neues Jahr!

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