Ein Weib, das aus der Muschi blutet, ist kein Wunder. Weiber bluten ständig aus der Muschi.

von romantischverklaert

Ich weiß offengestanden gar nicht, worüber ich schreiben soll. Deswegen äußere ich mich heute mal zum Feminismus und Sexismus. Das Ding ist, ich habe mich lange Zeit darüber lustig gemacht. Weil alle anderen, die ich für cool hielt, es getan haben. Ich hatte wie viele Menschen auch das klassische Bild einer frustrierten Gesichtselfmeterin im Kopf, die nur deshalb Männer anfickt, weil sie keine andere Möglichkeit sieht, von ihnen wahrgenommen zu werden. Ich dachte, Feministen/Feministinnen hegen insgeheim nur den Wunsch, Männer zu kastrieren und die Vorherrschaft der Frauen zu erreichen. Was mich an Feministinnen häufig gestört hat und bisweilen immer noch stört, ist, dass sie zu verbissen sind – so zumindest mein Eindruck. Es kann hin und wieder schwierig werden, einen politisch unkorrekten bzw. einen sexistischen Witz zu machen; selbst wenn der-/diejenige, der/die den Witz zum Besten gibt, nie durch unschickliche oder sexistische Handlungen oder Aussagen im Alltag auffällt. Sexistischer Witz unter Feministen/Feministinnen? Da werden manche ganz schnell fuchsig! Und dann tönen Empörung und Zurechtweisungen.  Ja, und das ist doch zum Kotzen. Wie will man für eine Sache adäquat, ja man kann sagen kämpfen, ohne fanatisch zu werden und nen Tunnelblick zu bekommen, wenn man nicht auch mal Witze auf seine eigenen Kosten macht und eine selbstironische Haltung einnimmt? Wenn man sich selbst und die Problematik nie ein wenig auf die Schippe nimmt? Wenn Leidsgenossen/Leidgenossinnen und AktivistInnen nicht einmal für einen kurzen Moment bereit sind, etwas Leichtigkeit aus diesem sonst so schwerverdaulichen Thema zu schöpfen?

Heute sehe ich Feminismus mit ganz anderen Augen. Womöglich – und das ist kein sehr wahrscheinliches womöglich – weil ich selbst Feministin geworden bin. Mein Post wird keine neue Erkenntnisse bringen. Ich sage nur das, was viele Feministen/Feministinnen bereits diagnostiziert haben, nämlich: Wenn ein Mann die Probleme der Frau bzw. die Frau als solche verstehen will, muss er weder Monatsblutungen bekommen noch schwanger werden noch Kinder gebären. Ja… aber wie soll denn sonst Verständnis entstehen? Ganz einfach, indem er, der Mann, anerkannt, dass er niemals begreifen und nachempfinden kann, wie es ist, abends allein durch die Straße zu gehen und heimlich angst zu haben, von jemandem angemacht oder gar überfallen zu werden;  wie es ist, so schnell wie möglich zu laufen, nach allen möglichen Richtungen Ausschau zu halten, zu hoffen, diese Person, die alles andere als vetrauenserweckend aussieht, möge die Straßenseite wechseln oder bei der nächsten Kreuzung rechts abbiegen; wie es ist, gesagt zu bekommen „Der da hat doch bloß wieder seine Tage.“, „Ach, ich vergaß, dass Männer nicht logisch denken können“, „Komm her, Schlampe, willst mir een blasen?“, „Du kannst das nicht, du bist n Mann.“ usw…

Jetzt mögen Männer aufschreien „Was sollen wir denn sagen? Wir müssen das und das, um von Frauen als Männer anerkannt zu werden.“ – zum Beispiel. Ja. Auch das ist Sexismus. Jemandem vorzuschreiben, wie er aufgrund seines Geschlechts zu sein habe und sich verhalten müsse, ist sexistisch. Ich finde es sexistisch, wenn in einem vollen Zug, in dem lediglich ein Platz frei ist, von einem Mann erwartet wird, einer Frau den Sitz zu überlassen. Wieso? Weshalb sollte eine Frau, die weder Kind noch Gebrechen hat, ein größeres Anrecht darauf besitzen, den Platz zu bekommen? Viele Männer und Frauen erachten das als selbstverständlich. Das gehört sich so. Warum? Schlicht weil wir sexistisch sozialisiert wurden. Manche würden jetzt sagen, dass sei „positive Diskriminierung“… der Punkt allerdings ist, es gibt keine positive Diskriminierung: Denn jedes Vorurteil, jede Mit-Zweierlei-Maß-Messerei erhält ein schlechtes Konstrukt, einen falschen Gedanken aufrecht und verstärkt den Glauben, es gäbe da tatsächlich einen Unterschied. Sämtliche Vorurteile und künstliche Unterschiede, die offensichtlich negativen wie die vermeintlich positiven, sind schlecht für die Gemeinschaft und behindern eine Veränderung. Wenn gilt, dass ein Mann der Frau die Tür aufhalten soll, sollte für die Frau dasselbe gelten. So fängt die Gleichberechtigung an. Ganz einfach.

Nichtsdestoweniger ist es wichtig, die Problematik in erster Linie aus der Sicht der Frauen zu betrachten. Ich hoffe, dass stimmt die männlichen Leser jetzt nicht allzu betrüblich.  Warum denn? Weil Frauen – und das ist sowas von klar wie Kloßbrühe, dass es nicht einmal des Pseudogarguments „Das ist wissenschaftlich erwiesen“ bedarf  – vom Sexismus wesentlich stärker betroffen sind als Männer. Man kann sogar sagen, das die Ausmaße miteinander kaum zu vergleichen sind. Ich weiß nicht, wie es ist, ein Mann zu sein. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte einen Penis, weil ich mir die Selbstbefriedigung an beliebigen Orten komfortabler vorstelle und wahnsinnig gerne mal wissen wollte, wie es ist, sein Geschlecht mal irgendwo reinzustecken und einfach nur vor-und zurückzustoßen – wobei ich mir, zugegeben, kaum vorstellen kann, dass es besser ist als ein ordentlicher weiblicher Orgasmus; auch den Bartwuchs mag ich, da man ihn als körpereigenes  Mode-Accessoire verwenden kann. Ich bilde mir manchmal ein, dass ich kein Mann sein muss, um zu wissen, wie man sich als solcher in unserer Gesellschaft fühlt. Ich weiß es nicht. Ich denke jedoch, dass manche Männer vieles, was Frauen in der Regel ankotzt, nicht verstehen können. „Warum fühlt sie sich jetzt so hochnot beleidigt, bloß weil ihr Hans-Dieter gesagt hat: ‚Dein Ausschnitt fordert mich ja regelrecht auf, über dich herzufallen?‘ Ich würde mich an ihrer Stelle geschmeichelt fühlen.“ Sowas Ähnliches habe ich bereits mehrfach erlebt. Das Ding ist, dass Frauen echt gebrannte Kinder sind, was die Reduktion auf ihre Geschlechtsmerkmale betrifft. Und ein weiteres Ding ist, dass die Damen immer wieder mit dem Glühstab in Berühung kommen. Die Verbrennungen können nie richtig vernarben und Geschichte werden, weil immer wieder neue Vebrennungen hinzu kommen… von Männern. Aber – leider Gottes – auch von Frauen. Dass sind diejenigen, die den Männern mit unberschaubarem Horizint nachgrölen „Ihr Frustmösen!“ und zu – Vorsicht: Ironie – den ganz Emanzipierten gehören.  Ich schäme mich für solche Frauen fast noch mehr als für Männer, die sich in Sexismus ergehen. Unsere Gesellschaft, so wie sie ist, hat großen Nachholbedarf. Dass wir Dinge als „das gehört sich so“, “ du musst so oder so sein“ etc. kategorisieren, geht nicht aus der Wahrheit hervor, sondern allein aus einer schlechten Sozialisation.

Fazit. Männer und Frauen dürfen so sein, wie sie wollen. Männer dürfen Männer und Frauen dürfen Frauen ficken. Männer dürfen weiblich aussehen und Frauen männlich. Männer dürfen heulen wie Schlosshunde, Frauen dürfen tierisch ausrasten und den Tisch kaputt hauen. Jeder darf, wie er will, ohne befürchten zu müssen, Degradierung, Benachteiligung oder Gewalt zu erfahren. Vor allem aber ist jeder er selbst, ein Individuum, dessen Besonderheiten, Charakterzüge etc. nicht geschlechtsbedingt sind, sondern die Prägung der Erziehung und Gesellschaft. Darum ist die einzige Konsequenz die Gleichberechtigung. Ich halte dieselbe allerdings für ein Luftschlösschen, pfffffttttt.

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