„Sir, es würde meiner Programmierung widersprechen, eine Gottheit zu personifizieren.“

von romantischverklaert

Man sagte schon einiges zu mir… Volksverräterin, Trickbetrügerin, Kriegsverbrecherin, rasende Reporterin, Hochstaplerin, Eierdiebin oder auch Gutmensch.

Darf man über alles lachen? Gewiss doch. Darf Humor und Satire alles? Gewiss nicht. Es gibt so eine Seite auf Facebook, namentlich „mein humor ist so schwarz, ich könnte damit baumwolle pflücken.“ Da habe ich gelacht. Ich finde das einfach witzig. Schlicht dieser unverfrorene Rassismus. Dann gab es dort ein Bild, ich will es nicht zeigen. Und ab hier fängt’s an. Das Bild war so grausam, man sagt gemeinhin unterste Schublade oder geschmacklos. Es macht etwas Furchtbares lächerlich. Ich lachte. Weil’s legitim ist. Was ich jedoch nicht legitim finde, ist, es jedem zu zeigen. Weil Humor sich eben nicht über alle Grenzen hinwegsetzen sollte. Humor sollte schließlich kein Mittel sein, um sich im Kollektiv über etwas Schreckliches, das spöttisch in Szene gesetzt wurde, kaputt zu lachen. Es ist eine Sache, wenn ich mit mir nahestehenden Personen zusammensitze und grenzwertige Witze zum Besten gebe: weil es mehr oder weniger ein geschlossener Raum ist und ich weiß, wer’s ab kann und wer nicht. Eine ganz andere aber, wenn ich es verbreite und alle Welt darüber lacht. Ich bin kein Gutmensch, wenn ich den Baumwolle pflückenden Schwarzhumoristen – wobei das mit schwarzem Humor nicht mehr viel am Hut hat- , ihres Zeichens natürlich Gutmenschantipathisanten/Gutmenschhassprediger, begreiflich machen möchte, wo der Unterschied zwischen Lachen und Humor liegt. Öffentliches Gelächter auf Kosten Notleidender ist abgefuckt.  Punkt.

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