„Der hat, sag ich mal, Geflügel sexuell missbraucht.“

von romantischverklaert

Im Sommer hatte ich temporär jenen erstrebenswerten Status erreicht, mich selbst sowie meine Eigenarten nicht mehr zu unterdrücken und zu verhehlen, da ich dem resignativen Anspruch, als Ganzes angenommen und geliebt zu werden, anheim gefallen war. Warum allerdings beileibe nicht von einem verspeisten Teelöffel voll Weisheit die  Rede sein kann, sei hier ungekürzt kurz beantwortet: es ist wieder wie vorher. Aha… ja… und?
Und was ich über die Weisheit gelernt habe, ist, dass wir sie erst erlangen, wenn sie uns nichts mehr nützt, und solange behalten, bis Krankheit oder Tod uns scheidet. Ich schwadroniere hier gerade so schön sexandthecitykolumnenhaftmäßig, darum schmeiße ich mal eben noch die Frage hinterher: Ist Weisheit Einbahnstraße?
Ich wünsche mir sehr, unverkrampft und frei zu werden.

Und ich glaube, dass Weisheit der Weg zur Freiheit ist.

Ich bin nicht frei. Ich bin so gefangen wie nie.

Ich frage mich, wie der Tod ist und stelle ihn mir vor…. ja, und jetzt weiß ich’s – das dürfte womöglich das Interessanteste sein, was ich je in meinem Blog publik gemacht habe. Es heißt, der Mensch sei nicht imstande, sich das „Nichts“ des Todseins vorzustellen. Wie fühlt sich das an, nicht zu denken, nichts aufzunehmen, nichts zu merken? Das Nichts des Todseins ist wie irgendein Ort. Das Nichts des Todseins ist wie die Beine unterm Schreibtisch. Das Nichts des Todseins ist wie das, was irgendwer gerade macht. Das Nichts ist wie all die Orte, Menschen, Tiere, Entwicklungen, Dinge, an die ich im Augenblick nicht denke und deren Sein und Treiben ich nicht spüre. Und wenn ich mir das klar mache, weiß ich, wie das Nichtsein für mich sein wird. Ein Weitergehen, ohne, dass es mich in irgendeiner Weise berührt.

Wer wissen will, ob’s mir die Angst nimmt. Keineswegs. Aber die Angst vorm Leben nimmt mir schließlich auch keiner. Heute ist das alles ganz kurz geraten. Vielleicht tendiere ich mehr und mehr zur Profanität und Plattheit, hm, ja, man weiß es nicht.

Wer meine Erklärung nicht verstanden hat, soll sich nicht genieren und mir schreiben. Es wäre mir eine Freude,  in einer privaten Korrespondenz näher drauf einzugehen.

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