Das Leben ist kein Ponyhof, es tarnt sich mit Pferdemasken.

von romantischverklaert

Selbstportrait

Ich liebe die Frauen nicht. Das habe ich nie und werde ich auch nie. Allerdings ziehen sie mich an, sowie Hyänen auch von Aas angezogen werden. Ich mag den elektrisierenden Schauer in meinen Lenden, der in Erscheinung tritt, sobald ich es mit einer schönen Frau zu tun habe. Oftmals reicht bereits ein einmaliges Hingucken, bis derselbe Schauer  mein Gehirn verkleistert. Wer glaubt, etwas oder jemand könne einen nicht machtlos machen, will es insgeheim nur nicht wahrhaben. Wollust ist, fragt man mich, gänzlich entmachtend. Ich mag keinen Blödsinn. Damit ist nicht der Dadaismus gemeint, nein, Blödsinn ist für mich die Religion, die Esoterik, die gängige Moral, Fatalismus, die Überzeugung, dass der Mensch frei kann…  Nietzsche hatte bereits mehr als deutlich Stellung zum sogenannten Freien Willen bezogen.

Irrthum vom freien Willen. — Wir haben heute kein Mitleid mehr mit dem Begriff „freier Wille”: wir wissen nur zu gut, was er ist — das anrüchigste Theologen-Kunststück, das es giebt, zum Zweck, die Menschheit in ihrem Sinne verantwortlich” zu machen, das heisst sie von sich abhängig zu machen … Ich gebe hier nur die Psychologie alles Verantwortlichmachens. — überall, wo Verantwortlichkeiten gesucht werden, pflegt es der Instinkt des Strafen- und Richten-Wollens zu sein, der da sucht. Man hat das Werden seiner Unschuld entkleidet, wenn irgend ein So-und-so Sein auf Wille, auf Absichten, auf Akte der Verantwortlichkeit zurückgeführt wird: die Lehre vom Willen ist wesentlich erfunden zum Zweck der Strafe, das heisst des Schuldig-finden-wollens. Die ganze alte Psychologie, die Willens-Psychiologie hat ihre Voraussetzung darin, dass deren Urheber, die Priester an der Spitze alter Gemeinwesen, sich ein Recht schaffen wollten, Strafen zu verhängen — oder Gott dazu ein Recht schaffen wollten … Die Menschen wurden „frei” gedacht, um gerichtet, um gestraft werden zu können, — um schuldig werden zu können: folglich musste jede Handlung als gewollt, der Ursprung jeder Handlung im Bewusstsein liegend gedacht werden (— womit die grundsätzlichste Falschmünzerei in psychologicis zum Princip der Psychologie selbst gemacht war … ) Heute, wo wir in die umgekehrte Bewegung eingetreten sind, wo wir Immoralisten zumal mit aller Kraft den Schuldbegriff und den Strafbegriff aus der Welt wieder herauszunehmen und Psychologie, Geschichte, Natur, die gesellschaftlichen Institutionen und Sanktionen von ihnen zu reinigen suchen, giebt es in unsern Augen keine radikalere Gegnerschaft als die der Theologen, welche fortfahren, mit dem Begriff der „sittlichen Weltordnung” die Unschuld des Werdens durch „Strafe” und „Schuld” zu durchseuchen. Das Christenthum ist eine Metaphysik des Henkers …

Und auch Albert Einstein hatte zu seiner Zeit erkannt:

Unser Handeln sei getragen von dem stets lebendigen Bewußtsein, daß die Menschen in ihrem Denken, Fühlen und Tun nicht frei sind, sondern ebenso kausal gebunden wie die Gestirne in ihren Bewegungen…

Alle sagen, sie fänden Nietzsche toll,  bla. Ja ja, es ist ja auch wirklich chic, von sich behaupten zu können, Nietzsche zu kennen oder sogar etwas von ihm gelesen zu haben. Und wie das so ist, sind eben all jene kultivierten und ach so aufgeklärten Pseudoanhänger Nietzsches Atheisten. Nietzsche hat gegen die Kirche aufbegehrt, weil er nicht an Gott glaubte… das denken die meisten zumindest, doch ist es nicht wahr. Er begehrte gegen die Kirche auf, weil sie – wie in dem Zitat so treffend formuliert – eine Metaphysik des Henkers ist. Das moralische Urteil hat das mit dem religiösen gemein, so Nietzsche an anderer Stelle, dass es an Realitäten glaubt, die keine sind. Moral ist nur eine Ausdeutung gewisser Phänomene, bestimmter geredet, eine Missdeutung. Und das ist das Fatale am Christentum: Sie redet von einer unumstößlichen Moral, DER Moral, einer Moral, die nicht Menschengemacht  ist und somit dem subjektiven Urteil unterliegt… einer Moral als Naturgesetz. Und nach eben dieser Moral werden Menschen verurteilt und gerügt, ganz gleich, dass sie im Moment ihres vermeintlichen Vergehens gar nicht anders handeln konnten.  Hätte die Kirche allerdings keine Morallügen erfunden, mit sie denen richtet und richtet und richtet, und ginge es bei der Religiosität allein um den Glauben an eine höhere Instanz, der an keine Verpflichtungen gebunden ist, hätte das Christentum Nietzsche nie berührt oder zumindest nicht derartig. Ich stehe in der Regel hinter der Wissenschaft, weil ich allzu rational bin, um dem so euphemistischen wie engstirnigen Blödsinn etwas abzugewinnen. Wir haben eine Wahl, doch wir können nicht entscheiden. Aktuell spricht bei mir alles dagegen, mich nicht zu Dummheiten hinreißen zu lassen. Ficken ist, sofern nicht Beziehungsintern, eine Dummheit. Fickt man als Single – ich hasse dieses Wort – dauerhaft mit einem anderen, kommt es früher oder später unweigerlich dazu, dass entweder man selbst oder das Gegenüber zum Mädchen wird, das sich unglücklich verliebt und im Regen stehen bleibt;  Fickt man einmalig als Gast, spielt man mit dem Feuer; Fickt man während einer Beziehung in anderen Gemächern, verstößt man gegen die Regeln der Bindung. Ich strebe nicht danach, mit einer Frau zusammen zu sein.  Dafür sind mir Frauen allzu anziehend, dafür lösen sie allzu heftige Regungen in mir aus, dafür können sie allzu wenig verzeihen. Gäbe es ein Wunderland, in dem alle Mädchen, die schönen wohl bemerkt!, nicht die hässlichen!, also, in dem alle Mädchen mein wären, würde ich selbstverständlich alle nehmen. Man darf es mir nicht übel nehmen, wenn ich mich nicht zu beherrschen weiß, ob ich nun in einer Beziehung bin oder ungebunden; Es ist wirklich nichts Persönliches… Sondern Machtlosigkeit. Eine Beziehung schließt Dummheiten gar so gerne aus, vor allem die Mehrzahl. Ich lasse mich anstandslos hinreißen, der elektrierende Lendenschauer benebelt mich. Und dennoch höre ich deswegen nicht auf, ein harmloser Tunichtgut zu sein, mit dem man Nachsicht haben muss.

Und nun mal wieder etwas Triviales. Nichts Spannendes eigentlich, doch dürfte kein kleines Mädchen diesen Zeilen lesen, da es vor Neid seine Zahnspange verschlucken würde.  Ich hatte kürzlich das zweifelhafte Vergnügen, Jörn Schlönvoigt und dessen Freundin, Sila Şahin (beide Darsteller bei GZSZ), anlässlich eines Fotoshootings für Die Bunte in ihrer gemeinsamen Wohnung zu beehren. Nein, ich habe die Fotos natürlich nicht selbst geknippst, ich sah nur zu. Viel kann ich über die beiden Soap-Flitzpiepen nicht sagen, nur war mein Eindruck der, dass sie sich außerhalb der Kamera ebenso affektiert und schleimig gebärden wie bei GZSZ.

PS: Ich werde mir nun die Hand abschlagen und sie den Rest meines Lebens konservieren, habe ich sie doch Jörn und Sila zwei Mal gegeben!

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