Närrisches Flirtvergnügen schon jetzt erleben!

von romantischverklaert

3 Tage alle Premium-Vorteile bei FriendScout24 testen! So oder so ähnlich könnte… hm, mir fällt jetzt keine komisch-geistreiche Überleitung ein.  Wäre ich möglicherweise imstande, eine aus dem Ärmel zu schütteln, wenn das Schreiben nicht schon seit zwei Monaten im Hintergrund stünde? Es ist zum Heulen, die Sache, die mir am meisten bedeutet, behandele ich gegenwärtig alles andere als bedeutungsvoll. Dabei hatte ich im Vorjahr eine ansehnliche Vorarbeit geleistet. Zwischen Juli/August und Neujahr habe ich fast einhundert Seiten meines neuen Romans aufs Papier gebracht; etwa fünfzehn Seiten mehr als beim Vorgänger, Bitte sei nicht Luzifer!, den ich 2009 ebenfalls im Spätsommer begann. Ich finde einfach nicht die nötige Ruhe: Derzeit sind so viele Dinge in Erscheinung getreten, die ich anpacken und organisieren muss, dass ich kaum in der Lage bin, mich sowohl zum Schreiben als auch zum Lesen zu motivieren. Und das ist eigentlich sehr fatal, denn je weniger ich an meinem Roman arbeite, desto mehr entzieht sich mir der Faden. Mittlerweile ist es eine absolute Seltenheit, dass es mir gelingt, wenigstens eine Seite zu schreiben. Seit dem neuen Jahr bis heute sind lediglich dreizehn Seiten entstanden. Geht das so weiter, kann ich mein Ziel, das Buch im Sommer zu beenden, gleich abhaken  – zumal die Geschichte wahrscheinlich länger wird als die vorige. Jeden Tag bete ich, dass ich wieder zu meinem täglichen Schreib-Rhythmus zurückfinde; denn irgendwie habe ich Angst, dass mich die Realität und der eventuelle Alltag einmal so sehr in Beschlag nimmt, dass ich mein Ziel aus den Augen verliere. Wenn ich ehrlich bin, verfasse ich diesen Post nur, um daran zu erinnern, wer ich bin bzw. sein möchte:  Keine Bloggerin, keine Idealistin, keine Fotografin, sondern einzig und allein Schriftstellerin. Es wäre für mich sehr tragisch, wenn jemand eines Tages über mich sagt  Na, das ist die, die Fotos macht oder die Fotografin. Das erste, was die Menschen mit mir in Verbindung bringen sollen, ist die Schriftstellerin; selbst wenn ich miese Bücher aber hervorragende Fotografien hervorbringen sollte. Ich will in den nächsten Tagen endlich wieder in die Hölle, über die ich schreibe, eintauchen. Spätestens am Donnerstag, nachdem ich endlich den ganzen Mappen-Terror für den Lette-Verein hinter mir habe…

… Die Zeit zur Bearbeitung der Hausaufgaben ist sehr knapp bemessen. Am 24 Febrauer fand ich den Bescheid im Briefkasten und am 17 März ist bereits der letzte Termin für die persönliche Mappen-Abgabe (über den Postweg muss die Mappe bereits am 15 März eingegangen sein) Die Mappe besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil muss der Bewerber ein fünfteiliges Berufsportrait anfertigen. Es soll eine Person in ihrem beruflichen Umfeld porträtieren und den Beruf per se beschreiben. Nach langen Überlegungen setzte ich mich mit einem Bestattungsunternehmen in Verbindung.  Das war am Freitag, 4 März. Einen Tag  später bekam ich das Einverständnis für mein Vorhaben und wurde darum gebeten, am Montag noch einmal anzurufen. Gesagt, getan. Ich erklärte, wofür ich dieses Berufsportrait benötige und fragte, ob die Möglichkeit eines -maximal- fünfzehnminütigen Vorgesprächs bestünde. Zunächst wollte mir der Bestatter einen Termin für den kommenden Montag anbieten, gleichwohl erklärte ich, meine Mappe müsse spätestens Montag schon im Druck sein. Zum Glück ergab sich allerdings die Gelegenheit, Mittwoch früh zu erscheinen. Ich fuhr hin, ging hinein und kam bereits nach fünf Minuten wieder raus. Es war eine große Ernüchterung. Zum einen konnte er mir für das Shooting erst am Samstag um 14 Uhr – und nicht wie gehofft bereits am nächsten oder übernächsten Tag – einen Termin anbieten; Zum anderen war ich nach dem fünfminütigen Wortwechsel genauso schlau wie vorher. Ich fragte ihn, was den Beruf des Bestatters ausmache, welche Arbeitsschritte vor allem fundamental seien und wie er selbst seine Tätigkeit visuell porträtieren würde. Zu meiner Überraschung wusste er nicht mehr zu sagen, als dass seine Arbeit sehr abwechslungsreich sei und ihm Tradition am Herzen läge. Nun kann ich zusehen, wie ich den Job morgen bzw. heute Nachmittag treffend darstelle.

Die zweite Aufgabenstellung hat es in sich. Der Bewerber muss drei Fotografien zum Thema Dioxin – Welchen Lebensmitteln können wir noch trauen? anfertigen… Und nicht nur irgendwelche Fotografien sondern allein Stilleben.  Man kann zwischen Thema A und Thema B wählen.  Bei Thema A heißt es – ich schreibe es der Einfachheit halber wortwörtlich ab:

Das Ministerium für Verbraucherschutz beauftragt Sie mit der Visualisierung von drei Stilleben, die als Image dienen sollen, das Vertrauen der Bevölkerung in landwirtschaftlich produzierte Lebensmittel wiederherzustellen. Realisieren Sie drei Stilleben.

Und Thema B:

Eine Umweltinitiative beauftragt Sie mit der Visualisierung von drei Stilleben, die als Image dienen sollen, die Bevölkerung für Pestizide und Verunreinigungen zu sensibilisieren. Realisieren Sie drei Stilleben.

Ich habe mich letztlich und nach vielen Versuchen für Thema B entschieden. Es ist schon schwierig, mit einem leblosen Motiv etwas Bedeutungsvolles auszudrücken. Banal soll es sein – es muss ja jeder verstehen – aber zugleich auch originell. Mir ist oft zu Ohren gekommen, dass die Idee mehr zählt als eine einwandfreie Technik. Nun habe ich gleichwohl den Fehler begangen, mich allzu sehr auf das Ausbrüten dreier Ideen zu fixieren. Zwar brachte meine exzessive Denkleistung einige nette Einfälle hervor, doch wurden die sehr schlecht umgesetzt. Die Fotografien sind in ästhetischer Hinsicht einfach scheußlich. In meinem Informationstext – einen solchen muss der Bewerber jeder Aufgabe voran stellen – heißt es übrigens:

Vertrauen wiederherstellen oder sensibilisieren? Für mich war es eine behaglichere Vorstellung, ein Image für eine Umweltinitiative anzufertigen; denn ich halte es für ehrlicher und angemessener, auf eventuelle Gefahren hinzuweisen, als das Vertrauen in eine Sache zu wecken, bei der ich selbst nicht beurteilen kann, inwieweit ein tatsächlicher Grund zur Besorgnis besteht oder nicht. Es fiel mir zunächst nicht leicht, diese Aufgabe zu bewältigen. Ich fragte mich, wie es mir gelänge, mit einem reglosen Motiv etwas Bedeutungsvolles auszudrücken. In der Hoffnung, eine Antwort zu finden, sah ich mir die Werbepausen im Fernsehen – zum ersten Mal – freiwillig an… Und es zahlte sich aus; denn während meiner Beobachtungen fiel mir auf, dass Werbeagenturen nicht selten Redensarten und Sprichwörter neu formulieren. Nach diesem Vorbild gestaltete ich auch schließlich zwei der drei Stillleben; Das erste Stillleben ist in Anbetracht der vielen Dioxin-Beiträge ein Bildklischee; Beim zweiten Stillleben habe ich die Redensart Nicht-das-Gelbe-vom-Ei im wahrsten Sinne des Wortes visualisiert; Und das dritte Stillleben zeigt, dass selbst die Wurst mit ihren zwei Enden keine Resistenz gegen chemischen Überfälle besitzt – das Ende der Wurst.

Im letzten Teil der Mappe muss der Bewerber 15-20 Fotografien seiner freien Serien zusammenstellen, nach Möglichkeit in zwei bis drei Serien. Ich hatte bis vor kurzem erst eine große Serie fotografiert und das war die mit den Masken. Da mir aber die Masken-Aufnahmen zu abwechslungsarm sind, habe ich mich dazu entschlossen, die Androgyne Serie, die ich eigentlich erst in den kommenden Monaten visualisieren wollte, zu beginnen. So organisierte ich kurzfristig ein Treffen mit zwei herrlichen Weibsbildern, die sich mir aus Modelle auslieferten. Das Shooting fand am Teufelsberg statt, weil es dort eine Ruine gab, die sich als großartige Kulisse darbot. Dummerweise waren wir aber so bekloppt, bereits am Olympiastadion auszusteigen. So machten wir einen riesen Umweg bei bestialischer Kälte – wir begingen nämlich den Fehler, am Samstag aufzubrechen, ausgerechnet der Tag, an dem mal nicht die Sonne scheinen sollte. Nachdem wir ein dreiviertel des Weges bestritten hatten, ließen sich die werten Damen, Josepha und Fräulein Ehrlichmann, dazu hinreißen, sich gleich Nutten an den Straßenrand zu stellen und den Daumen in die Luft zu recken. Und, unglaublich aber wahr, es hielt auf der Stelle ein Auto an. Wir waren fassungslos, doch ging Josepha aller Verblüffung zum Trotz völlig unbefangen auf den Fahrer zu, während Fräulein Ehrlichmann und ich noch einen Augenblick zögerten (Nicht, dass er uns umbringt, thihi). Zum ersten Mal war ich getrampt! Stolze 400 Meter, thaha! Schließlich kamen wir nach einer Einbrecherkapriole durch einen Maschendrahtzaun an der Radarstation bzw. der Ruine an. Haaaaaaaaaaaaaaach, ein ganz großartiger Ort…  viel haben wir von ihm allerdings nicht gehabt, fror  uns doch Wind und Wetter dermaßen ein, dass wir es trotz unserer Lust und der wundervollen Kulisse kaum aushielten. Rasch-rasch knippste ich ein paar Fotos mit vor Kälte erstarrten Händen und machte mich alsdann  mit den Damen auf den Heimweg. Es war wirklich ein großer Jammer und viel ist für meine Serie bedauerlicherweise auch nicht rausgesprungen. Hier übrigens ein kleiner Zusammenschnitt des Tages (mir ist völlig schleierhaft, warum das Video so klein ist, am besten direkt bei Youtube angucken)

Nun hoffe ich, dass mir wenigstens das Berufsporträt halbwegs gelingen wird… Und vor allem bete ich, dass ich es schaffe, meine Mappe rechtzeitig abzugeben.  Es ist unheimlich knapp, meine Arbeit muss Montag definitiv in den Druck. Mittwoch kann ich sie voraussichtlich abholen und wenn ich Glück habe noch vor 14 Uhr persönlich abgeben. Ansonsten muss ich am nächsten Tag noch einmal zur Lette… das wäre folglich Donnerstag, 17 März, der letzte Abgabetermin

Ach ja, zur Erklärung des Posttitels: So lautete der -närrische- Betreff einer GMX-Best-Price-Nervmail. Ich habe sehr lachen müssen… Närrisches Flirtvergnügen… was zum Bemmel?! Thahaha! Das mit den Premium-Vorteilen ist auch lachhaft. Ob ich das beurteilen kann? Ja, bedauerlicherweise. Denn ich habe mich vor langer Zeit mal bei FriendScout24 angemeldet. Wirklich der letzte Mist. Solange du keinen Premium-Account hast, kannst du nicht einmal Nachrichten verschicken, thahahahaha!

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