Sumpfvogelpanorama

von romantischverklaert

Mein Gott, jetzt sind bereits beinahe zwei Wochen seit meinem letzten Eintrag vergangen. Eigentlich habe ich keine Lust zu schreiben, allerdings werde ich von einem idiotischen Pflichgefühl dazu genötigt. Ich merke gerade, dass ich scheißen muss. Und ich glaube, das werde ich augenblicklich tun. Fertig. Warum lasse ich den Lesern an meinem Stuhlgangdrang teilhaben? Weil ich Koprophilist bin und das jedem mitteilen möchte ? Na ja, ein bisschen. Weil ich denke, es könnte meinen Artikel würzen? Vielleicht. Weil ich nicht weiß, worüber ich schreiben soll? Warm. Weil Scheißen entlastet? Wärmer. Weil es zum Totlachen  ist, wenn ein jemand in einem Gespräch kund gibt „Ich geh mal eben scheißen“ ? Heiß! Leute, die sich hin und wieder wie ein Arschloch verhalten, um ein Gespräch aufzupeppen, sind mir willkommen. Sie scheißen mitten im Raum und entsetzen damit die Anwesenden, die zunächst aufschreien, dann aber zum Angriff übergehen, indem sie mit gleichen Mitteln kämpfen und somit den Gestank potenzieren. Bleibt dann nur zu hoffen, das der Geruch sie nicht bereits mundtot gemacht hat, ehe sie die Gelegenheit zum Konter ergreifen konnten. Im Ernst: Ich bin der Überzeugung, dass die wenigsten Menschen gänzlich harmoniebedürftig sind. Interessante Beziehungen und Gespräche entstehen häufig dann, wenn der Anfang mit Spannung geladen ist, wenn Grenzen überschritten werden, wenn Polemik im Spiel ist. Hauptsache ist nur, dass sich die Stimmung früher oder später entspannt – ansonsten entwickelt sich Feindseligkeit. Die Menge macht das Gift.  Es ist ein Unterschied, ob man sich bisweilen zum Arschlochverhalten hinreißen lässt, oder sich darin berufen fühlt, unablässig alles und jeden vollzuscheißen. Arschlöcher sind genehm, wenn man sich angeödet fühlt. Sie sind gleichsam Hofnarren, die einen, in einem überschaubaren Zeitraum wohl bemerkt, unterhalten. Alles darüber hinaus ist unerquicklich. Letztlich aber gibt es nur eins, das man über die Scheiße und deren Ursprung wissen muss. Für einen Scheißhaufen gibt es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, immer einen Produzenten. Sei’s drum, ob Krankheiten, Autounfälle oder dergleichen… denn (jetzt Zitiere ich mich selbst. Geht’s noch schlimmer?) Scheiße kann nur dann hervorkommen, wenn es einen gibt, der die Scheiße aus dem Arschloch in die Außenwelt würgt.

Das stammt aus meinem Buch, Arbeitstitel Bitte sei nicht Luzifer!, das mittlerweile zweihundertdreiunddreißig Seiten füllt. Ich bin guter Dinge, wiewohl ich gestern in meinem Spamfilter eine E-Mail von den Redakteuren einer kleinen Literaturzeitschrift bekam, an die ich vor anderthalb Monaten zwei Texte geschickt hatte; in der Hoffnung, sie würden  angenommen und abgedruckt. Die Redakteure sind Arschlöcher. Was in der Mail stand, kann man sich denken.  Aber, wie gesagt, ich bin guter Dinge und möchte, nein, ich will, berühmter als Hitler werden. Andererseits ist alles ein Prozess oder wie meine ausnehmend intelligente, allwissende Mutter zu sagen pflegt step by step. Also wird das erste Etappenziel der Literaturnobelpreis sein.

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